Capitano Leo Azzaro

Auf die Frage hin, ob der nun 33-jährige Leonardo Azzaro etwas wüsste, was er in seiner bisherigen TVR-Zeit hätte ändern wollen, meint er: „Nein das hätte es nie gegeben.“ Nach fast einem Jahrzehnt könnte das wohl nicht jeder Spieler über seine Clubzeit behaupten.

Im 9. Jahr tritt Azzaro nun für die Herrenmannschaft des TVR an. An den Club, von dem er zum TV Reutlingen wechselte, kann er sich nicht mehr erinnern.
„Auch die Zeit außerhalb der Matches ist fantastisch, die Leute im Club sind immer cool und freundlich, auch wenn wir mal verlieren!“, meint der gebürtige Florenzer.

Viele schöne Momente prägen die gemeinsame Zeit: Hochs, Tiefs und die ganz großen Ereignisse. So stieg Leonardo nicht nur von der 3. in die 2. Liga mit dem Herrenteam auf, sondern wirkte auch beim Aufstieg in die 1. Tennisbundesliga mit.

An seinen größten Auftritt erinnert sich Azzaro gern. Es war das Spiel gegen Markus Hantsch (damals Top 100 ATP) und es ging darum aus der 3. Liga aufzusteigen. Erst am frühen Morgen kam er aus Timisoara, lief direkt zum Spiel auf und siegte mit 7-6 6-7 7-6.

Inzwischen wird er von einigen schon liebevoll „Capitano“ genannt. Er selbst jedoch meint: „Das ist klasse, aber wir haben mit Torsten schon einen netten und guten Kapitain. Ich liebe die Matches, die Leute und interessiere mich fürs Team. Deswegen helfe ich ihm gern. Er kann sich ja nicht in 3 Teile teilen und für alle da sein!“

„Leo schafft es selbst die längsten und langweiligsten Fahrten zu Auswärtsspielen zu einem Highlight werden zu lassen. Außerdem hat er eine Schwäche für McFlurry, Magnum Classic und spielt nebenbei noch ganz passabel Tennis, wenn es nicht gerade regnet und er auf Teppich in der Halle spielen
muss :-).“ (Daniel Stöhr)

Professionell spielt der Linkshänder seit 1997. Auch wenn er seine größten Erfolge im Doppel verzeichnete (Sieger im Doppel der Futures Trento und Rom, Teilnahme in der Doppelkonkurrenz Wimbledon 2006 und Australian Open 2007), erreichte er im Einzel ein Ranking von 180 der ATP (2004). In der Doppelweltrangliste schaffte er bereits den Sprung in die Top 100 (96 ATP, 2006).

„Leo ist ein sehr talentierter Spieler, das Team ist ihm sehr wichtig und er ist ein klasse Teamplayer!“
(Diego Alvarez)

Inzwischen hat Azzaro die ATP Tour verlassen, seine spielerischen Leistungen sind jetzt also seltener zu bewundern.
Doch zum Auftakt der Bundesliga Saison können Zuschauer wieder Azzaros Spielwitz und sein faszinierendes Ballgefühl bewundern.